Ein Schlaganfall kann ein großer Einschnitt im Leben der Betroffenen und Angehörigen sein. Nicht nur die Frage wie es jetzt weitergeht, sondern auch ein vollständiger Wechsel der Gewohnheiten steht für viele Personen ganz oben auf der Liste. Ursachen müssen gefunden und darauffolgend beseitigt werden, sodass einem erneuten Schlaganfall aus dem Weg gegangen werden kann. Viele Betroffene sollten hierbei nicht auf sich selbst gestellt sein und sind sogar auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen. Somit verändert sich oft nicht nur der Alltag eines Schlaganfallpatienten, sondern ebenso der, der nahestehenden Personen.

Intensive Unterstützung bei der Rehabilitation

Um die Schäden des Schlaganfalls in den Griff zu bekommen und nach und nach wiederzuerlangen, ist es wichtig, eine ausgiebige Rehabilitation zu berücksichtigen. Angehörige können diese aktiv unterstützen und dem Betroffenen neuen Mut geben. Eine Reha benötigt viel Zeit und nicht auf sich allein gestellt zu sein, kann wahre Wunder bewirken. Ein Austausch mit dem behandelnden Arzt sollte mit zu den ersten Schritten nach einem Hirninfarkt gehören und Angehörige darauf vorbereiten, was sie in den nächsten Wochen und Monaten erwartet. Ein intensiver Austausch sowie die Beschaffung von eventuellen Hilfsmitteln können das Leben aller Beteiligten definitiv erleichtern und zu einem schnelleren Erfolg bei der Genesung beitragen.

Verständnis & Geduld

Meist durch eine verminderte Sauerstoffzufuhr im Hirn ausgelöste Schlaganfälle haben Folgen, die noch Monate und Jahre andauern oder gar nicht mehr vollständig heilbar sind. Gerade hier ist größte Geduld und innere Ruhe gefragt. Mobilitätsschwierigkeiten und Feinmotorik sind oft in Mitleidenschaft gezogen und müssen vollständig neu erlernt werden. Vielen Angehörigen fehlt es an Geduld – doch helfen Sie Betroffenen nur, wenn Sie auch kleine Erfolge ausgiebig feiern. Das greifen nach Gegenständen, oder die ersten Schritte Zuhause können riesige Fortschritte sein und den Grundstein für eine erfolgreiche Genesung legen. Intensive Sprachübungen sollten regelmäßig durchgeführt werden – hier sollten Patienten von allein versuchen, auf die richtigen Wörter zu kommen. Nur so können neue Zellen gebildet und Fähigkeiten neu erlernt werden.

Charakterwandlung

Nicht selten zieht ein Schlaganfall auch einen leichten bis schweren Charakterwandel mit sich. Depressive Phasen können durch den Verlust der Arbeitsstelle, der Abhängigkeit von anderen Personen oder die Angst vor der Zukunft ausgelöst werden. Auch eine Verletzung im Gehirn kann zu solch einer Verstimmung führen und oft medizinisch belegt werden. Auf Stimmungsschwankungen und den Durchlauf verschiedener Phasen sollten Angehörige vorbereitet sein und möglichst versuchen zu verstehen. Der Schlaganfall kann das Leben innerhalb weniger Stunden und Tage vollständig umkrempeln und die Akzeptanz dem gegenüber fällt Betroffenen verständlicherweise nicht einfach. Viele dieser Charakterwandlungen können sich mit der Zeit wieder legen – Lebensfreude, Mut und Aktivitäten werden langsam wieder aufgenommen und der Patient lernt mit den Gegebenheiten umzugehen.

Zusammen den Alltag gestalten

Den Alltag gemeinsam zu bestreiten bedeutet nicht gleichzeitig, sich jede freie Minute dem Betroffenen zu widmen. Eine Auszeit ist nicht nur für den Patienten, sondern auch für Angehörige durchaus wichtig. So kann neue Energie geschafft und gleichzeitig auch die Belastbarkeit erhöht werden. Eine Aufteilung auf mehrere Familienmitglieder und Verwandte kann für Abwechslung sorgen und einem die Last von den Schultern nehmen. Beziehen Sie ganz bewusst die betroffene Person mit in die Planung ein und tauschen Sie sich, soweit möglich, regelmäßig hierzu aus. Auch Aktivitäten im Alltag lassen sich gemeinsam viel einfacher gestalten. Erstellen Sie eine Routine, die nicht nur für Ruhe sorgt, sondern auch dem Schlaganfallpatienten hilft, sich hierauf vorzubereiten. Gemeinsame Spaziergänge und aktives Training können beispielsweise nach Rücksprache mit einem Ergotherapeuten fest in die Routine verankert werden. Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Rollstuhl oder Rollator können auf Antrag bei der Krankenkasse dabei helfen, trotz Mobilitätsschwierigkeiten, weiterhin an die frische Luft zu gelangen.

Angehörige sollten auf genau diese Möglichkeiten zurückgreifen und sich, bei Bedarf, ebenso Hilfe bei der Bewältigung so großer Ereignisse holen. Selbsthilfegruppen sind lange kein Tabu-Thema mehr und können Angehörigen dabei helfen, besser mit den Folgen umzugehen.