Gründe für das AlternDas Altern ist ein biologischer Prozess, der den Menschen von der Geburt bis zum Tod begleitet. Der medizinische Fortschritt sowie die deutliche Verbesserung der hygienischen Bedingungen haben dazu beigetragen, dass sich in den vergangenen 120 Jahren die Lebenserwartung des Menschen fast verdoppelt hat. Allerdings steigen auch Anzahl und Schwere von altersbedingten Erkrankungen.

Grundsätzlich wird jeder biologische Organismus älter. Doch warum ist das so und welchen Sinn hat das Altern?

Bislang können Experten dazu noch keine eindeutigen Aussagen treffen. Es gibt inzwischen aber viele Erkenntnisse und auch Theorien. Sie besagen, dass das Altern sowohl auf interne als auch externe Faktoren zurückzuführen ist. Die einzelnen Theorien beleuchten wir nun einmal näher.

Theorie 1: Generationenwechsel – Den Jüngeren Platz machen

Eine der zahlreichen Theorien besagt, dass eine ältere Generation früher oder später der jüngeren Generation Platz machen muss. Der Ursprung dieser Theorie liegt darin, dass neue Generationen die Fähigkeit besitzen, sich besser anzupassen und dadurch auch besser mit veränderten Umweltbedingungen zurechtkommen.

Theorie 2: Die Zellen verlieren ihre Funktion

Es wird angenommen, dass im Laufe des Lebens die Funktionsfähigkeit der Zell- und Gewebebestandteile zurückgeht. Die Belastbarkeit einzelner Gewebe verringert sich, es kommt zu Beeinträchtigungen der Zellfunktion. Bislang ist jedoch noch unklar, inwieweit beobachtete Veränderungen der DNA als Ursache oder aber Folge des Alterns zu betrachten sind.

Theorie 3: Zellen verfügen über ein „genetisches Programm“

In verschiedenen Theorien wird davon ausgegangen, dass in jeder Zelle des Körpers eine Art „genetisches Programm“ gespeichert ist. In einer vorbestimmten und unveränderbaren Weise läuft dabei das Altern ab. Einen Einfluss auf den Alterungsprozess haben dabei vermutlich auch genetische Veranlagungen. Noch ist aber unklar, wie stark dieser Einfluss ist. Bekannt ist allerdings, dass eine hohe Lebenserwartung durchaus vererbbar ist.

Theorie 4: Biochemische und hormonelle Vorgänge beeinflussen das Altern

Biochemische und auch hormonelle Vorgänge laufen in jedem menschlichen Organismus ab. Sie sind Folge von Umwandlungs-, Abbau- und Aufbauprozessen. Das Ziel all dieser Prozesse ist die Gewinnung von Energie. Die Abbauprozesse hinterlassen freie Radikale, diese können den Körper schädigen. Auch der Hormonhaushalt und seine Umstellungen (z. B. Pubertät, Schwangerschaften, Wechseljahre) nehmen Einfluss auf die Alterung.

Theorie 5: Alterung durch äußere Einflüsse

Der Körper des Menschen unterliegt im Laufe des Lebens verschiedensten äußeren Einflüssen (z. B. UV-Strahlung, Umweltgifte). Diese können im Körper zu Verschleiß- und auch Vergiftungserscheinungen führen, die wiederum die Alterung begünstigen.

Theorie 6: Alterung aufgrund des eigenen Lebensstils

Das Altern jedes Menschen ist zudem auf dessen eigenen Lebensstil zurückzuführen. Ess- und auch Trinkgewohnheiten sowie Schlafrhythmus, Konsum von Genussmitteln wie Nikotin und Alkohol sowie privater und auch beruflicher Stress spielen bei der Alterung eine große Rolle. Der menschliche Organismus verfügt über ein „Gedächtnis“, welches sich an alle „Sünden“ im Leben erinnert. Daraus resultieren Alterung und auch die Entstehung möglicher Krankheiten. Bestimmte äußere Einflüsse lassen sich aber vermeiden oder auch reduzieren, was den Alterungsprozess verlangsamt.

Menschen altern unterschiedlich

Der Alterungsprozess als solches ist sehr vielfältig und äußert sich bei jedem Menschen auf andere Weise. Während die einen schon frühzeitig mit grauen oder dünner werdenden Haaren kämpfen müssen, können andere über dichtes Haar auch im hohen Alter nicht klagen.

Für diese Entwicklung sind die persönlichen Gene von Bedeutung. Die Zellen jedes einzelnen Menschen haben eine unterschiedlich starke Regenerationsfähigkeit. Dadurch besitzen einige Menschen mehr Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen, während andere häufig krank werden.

Neben den bereits erwähnten möglichen Einflüssen spielt auch das Geschlecht scheinbar eine Rolle, wenn es ums Altern geht. Vermutlich handelt es sich dabei aber eher um die äußeren Einflüsse, die zu den Unterschieden führen. Aus biologischer Sicht bestehen für Frauen und Männer in Bezug auf den Alterungsprozess die gleichen Voraussetzungen.

Kann der Alterungsprozess aufgehalten werden?

Das Altern lässt sich nicht aufhalten. Nur wer alt wird, kann auch ein langes Leben führen. Der Erfahrungsschatz wächst mit dem Alterungsprozess. Entscheidender als das Altern selbst ist vor allem die Erhaltung der Gesundheit im Alter. Denn nur so ist auch dann noch eine aktive Teilhabe am Leben möglich.

Zwar sind viele Alterungsprozesse an genetische Faktoren geknüpft, dennoch kann jeder etwas tun, um zumindest seine Gesundheit zu erhalten. Die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung können dazu beitragen, Stress abzubauen und somit freie Radikale einzudämmen. Auch ein aktives Immunsystem kann den Alterungsprozess verlangsamen. Sport wirkt sich ebenfalls positiv auf. Er stärkt die Muskulatur, sorgt für eine bessere Versorgung der Haut mit wichtigen Nährstoffen und kann dazu beitragen, dass die typischen körperlichen und auch geistigen Alterserscheinungen hinausgezögert werden.

Zwar ist es nie ganz möglich, dennoch sollte schädlichen äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung bestenfalls aus dem Weg gegangen werden. Auch ist es hilfreich, sich kalorienarm und frei von Genussmitteln zu ernähren. Natürlich soll niemand verzichten, aber ein gesundes Maß trägt schon dazu bei, den Alterungsprozess zu verlangsamen.

Trotz Alterung vital bleiben

Jeder Körper spürt früher oder später die Einschränkungen, die das Altern mit sich bringt. Umso wichtiger ist es, vital zu bleiben. Nur so können negative Auswirkungen des Alterungsprozesses verringert werden. Allein der Lebenswandel kann dazu beitragen, den Körper so lange wie möglich physisch und auch psychisch fit zu halten.