Über unsere Autoren:

help4seniors ist eine kleine, herzliche Pflegeagntur aus Düsseldorf. Wir haben es uns zur Mission gemacht mithilfe der Vermittlung der 24 Stunden Betreuung pflegebedürftigen Menschen ein würdevolles Wohnen zu Hause bei ihren Angehörigen zu ermöglichen.

Weiterlesen ›

Weshalb eine Thrombose im Alter so gefährlich ist

Unter einer Thrombose versteht man die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einem Blutgefäß. Der Blutpfropf kann die Ader ganz oder teilweise verschließen. Je nachdem, wo sich der Blutpfropf befindet, spricht man von arterieller oder venöser Thrombose. Arterielle Thrombosen sind oftmals die Ursache für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Bei der venösen Thrombose sind häufig die Beinvenen betroffen. Hier wird nochmals unterschieden zwischen oberflächlicher und tiefer Beinvenenthrombose.

Blutgerinnsel können an der Gefäßwand eine Entzündung hervorrufen. Löst sich ein Thrombus ganz oder teilweise ab, kann er sich an einer anderen Stelle wieder festsetzen und eine Lungenembolie auslösen – eine der gefährlichsten Komplikationen einer Thrombose.

Wodurch entsteht eine Thrombose?

Eine Thrombose entsteht hauptsächlich aus drei Gründen:

1. Verlangsamter Blutfluss

Thrombozyten sind an der normalerweise nützlichen Blutgerinnung beteiligt. Im Verletzungsfall verkleben sie miteinander und bilden einen Pfropf an der verletzten Stelle. Geschieht dies jedoch innerhalb eines Blutgefäßes, so führt es zur Thrombose. Ein langsamer Blutfluss begünstigt die Anlagerung von Thrombozyten an den Gefäßwänden. Am häufigsten sind Bewegungsmangel und Veneninsuffizienz für einen langsamen Blutfluss verantwortlich. Beides kann eine Thrombose im Alter begünstigen.

2. Schaden an der Gefäßwand

Ein Gefäßwandschaden ist bei Senioren meist eine altersbedingte Veränderung. Auch Venenentzündungen (Phlebitis), Verletzungen, Operationen oder Quetschungen können Schäden an der Gefäßwand verursachen.

3. Erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes

Eine erhöhte Gerinnungsneigung kann durch einige Medikamente (beispielsweise Kortison) auftreten. Auch Operationen, großflächige Verletzungen und Verbrennungen können dazu führen.

Generell besteht ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose im Alter über 65 Jahren, bei hohem Körpergewicht, Rauchen, schweren Infektionskrankheiten und bei vorangegangenen Thrombosen und Embolien. Eine große Rolle spielt die Bettlägerigkeit aufgrund einer Erkrankung, altersbedingter Pflegebedürftigkeit oder einer Lähmung. Auch Veränderungen der Gefäßwände durch Ablagerungen (bsp. bei Diabetes), verminderte Herzkraft, Krampfadern und Bluteindickung durch Flüssigkeitsmangel begünstigen eine Thrombose.

Die Symptome einer Thrombose

Thrombosen verlaufen in manchen Fällen symptomarm und werden erst beim Auftreten einer Komplikation wie einer Lungenembolie diagnostiziert. Umso wichtiger ist es, auch unauffällige Hinweise wie ein Gefühl der Spannung und Schwere ernst zu nehmen.

Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schwellung kommen (bei Beinthrombosen an den Knöcheln, Unterschenkeln oder am ganzen Bein). Das erkrankte Bein ist deutlich wärmer als das Gesunde. Die Haut kann ungewöhnlich glänzen und sich bläulich-rot verfärben. Bei Beinthrombosen besteht oftmals ein belastungsunabhängiger Schmerz an der Fußsohle oder an der Wade. Auch leichtes Fieber kommt vor.

Bei Verdacht auf eine Thrombose sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Zur Sicherung der Diagnose werden Verfahren wie die Doppler- und Duplexsonographie (Ultraschall) angewandt, möglicherweise zusätzlich eine Phlebographie (Röntgendarstellung mit Kontrastmittel). Zudem wird ein großer Gerinnungsstatus erhoben, um eine erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes festzustellen. Die Bestimmung der D-Dimere (Bruchstücke des Fibrins, das bei Blutgerinnung entsteht) dient dem Ausschluss einer Bein- oder Beckenvenenthrombose.

Wieso eine Thrombose im Alter besonders gefährlich ist

Senioren gehören zur Risikogruppe für Thrombosen, da sie altersbedingt degenerative Veränderungen sowie in vielen Fällen Vorerkrankungen wie Diabetes, Krebsleiden, Herzschwäche oder Krampfadern aufweisen. Dazu kommt oftmals ein ausgeprägter Bewegungsmangel, in manchen Fällen auch Übergewicht. Zu wenig Bewegung wiederum bedeutet verringerte Muskelaktivität. Die Beinvenen benötigen jedoch die Aktivität der Muskulatur, um die Pumpleistung des Blutes durch die Venenklappen aufrechtzuerhalten.

Da bei älteren Menschen das Durstgefühl nachlässt, trinken viele Senioren zu wenig. Der dadurch bedingte Flüssigkeitsmangel begünstigt eine Thrombose im Alter ebenfalls. Da einmal erlittene Thrombosen die Entstehung neuer Thromboseherde begünstigen und zudem ernsthafte Komplikationen bis hin zur lebensgefährlichen Lungenembolie drohen, ist es für Senioren besonders empfehlenswert, einer Thrombose vorzubeugen.

Dabei steht Bewegung durch normales Gehen an erster Stelle. Selbst bei Bettlägerigkeit können Fuß- und Beinübungen durchgeführt werden. Hilfreich wirken eine Hochlagerung der Unterschenkel sowie das Ausstreichen der Beine zur Unterstützung des venösen Rückflusses des Blutes. Kompressionsstrümpfe bzw. -verbände dienen demselben Zweck und können individuell angepasst werden. Zusätzlich ist es empfehlenswert, persönliche Risikofaktoren wie Übergewicht zu reduzieren und auf das Rauchen zu verzichten.