Das durchschnittliche Lebensalter steigt in Deutschland für Frauen und Männer kontinuierlich an.

Neben dieser erfreulichen demografischen Entwicklung erhöht sich jedoch ebenso die Zahl an pflegebedürftigen Menschen. Diese werden in vielen Fällen verantwortungsbewusst und engagiert von Angehörigen im Rahmen der häuslichen Pflege betreut. Stark gestiegen ist dabei auch die Anzahl an Alzheimer-Erkrankungen. Der Umgang mit einem Alzheimer-Erkrankten stellt die Pflegeperson über einen langen Zeitraum vor eine schwere Aufgabe. Da in den einzelnen Phasen der unheilbaren Krankheit individuell sehr verschiedene Probleme auftreten können, empfiehlt sich eine gründliche Vorbereitung auf diese ungewohnte Herausforderung. Dazu können die Pflegestützpunkte der Pflegekassen, der Hausarzt oder die Deutsche Alzheimer Gesellschaft befragt werden.

Ein umfassendes Wissen über die Erkrankung schützt die Betreuungsperson vor Enttäuschungen, Resignation und Missverständnissen. Ebenso dienen die Informationen einer bestmöglichen Betreuung des Patienten. Die anstehenden Pflege- und Betreuungsmaßnahmen müssen dem Ziel untergeordnet sein, die Eigenständigkeit und Würde des Betroffenen so lange wie möglich zu fördern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass als Hürden auf diesem Weg starke Stimmungsschwankungen beim Erkrankten auftreten können. Um die notwendige Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft des Pflegebedürftigen zu erhalten, muss das Vertrauen möglichst erhalten bleiben. Bei Meinungsunterschieden oder falschem Verhalten ist insofern von Gegenreden oder Missbilligungen unbedingt abzusehen. Stattdessen sollen die Bedürfnisse und Wünsche des Betroffenen in Erfahrung gebracht und, falls möglich, erfüllt werden. Der Umgang mit der Erkrankung erfordert sehr viel Verständnis und Flexibilität bei auftretenden Problemen.

Hilfsangebote gegen Passivität, schlechte Stimmung und Resignation beim Patienten

Die Beibehaltung bisheriger Gewohnheiten, Aktivitäten und sozialer Kontakte hat einen hohen Stellenwert für das Selbstwertgefühl und die Eigenständigkeit des Erkrankten. Durch die Einbindung in Aktivitäten fühlen sich Erkrankte nützlich und nicht wertlos. Falls das Krankheitsbild es zulässt, sollte der Betroffene zwanglos und durch Überzeugung animiert werden, aktiv zu bleiben. Je nach persönlichen Gestaltungsfähigkeiten und Vorlieben können kleine Bastelarbeiten, beliebte Gesellschaftsspiele oder gemeinsame Veranstaltungsbesuche dazu beitragen. Ein strukturierter Tagesablauf vermittelt Sicherheit und verdrängt dadurch Zukunftsängste.

Zur Unterstützung der räumlichen und zeitlichen Orientierung können Hinweisschilder und Symbole sowie zusätzliche, gut sichtbare Uhren und Kalender dienen. Beispiel für einen Erinnerungszettel: „Beim Verlassen des Hauses an Schlüssel denken.“ Alle Räume der Wohnung sollten über eine helle, freundliche Beleuchtung verfügen. Bei anstehenden Besuchen kann ein vorheriger Hinweis auf den Namen des Besuchers eine mögliche Verlegenheit verhindern. Bei der Führung von Gesprächen sollten zum besseren Verständnis keine komplizierten Satzbildungen oder Formulierungen verwendet werden. Gestik und Mimik können als Verständnishilfe eingesetzt werden. Der persönliche Blickkontakt ist wichtig. Sollten Stimmungsschwankungen als Gesprächshindernis auftreten, ist dem Gefühlszustand des Patienten Rechnung zu tragen. Die Ausstrahlung von Ruhe und eine verständnisvolle Haltung ist dabei hilfreich.

Nach Möglichkeit sollte der Grund für die besondere Emotionalität herausgefunden werden, um ihn gegebenenfalls zu beseitigen. Je nach Situation können Ablenkungen eine bestehende Spannung verringern. Dazu kann auch ein sanfter Körperkontakt wie eine auf die Schulter gelegte Hand beitragen. Im Rahmen von Gesprächen können angenehme Erinnerungen aufleben. Oftmals sind Lieder oder Gedichte, die der Erkrankte als Kind gelernt hat, noch im Langzeitgedächtnis gespeichert. Durch alte Fotos und Musik können Erinnerungen besonders gut geweckt werden. Frühere Erfolgserlebnisse kehren nochmals ins Bewusstsein zurück. Gemeinsame Bewegungsübungen und Spaziergänge dienen der Mobilität und Gesundheit. Durch angeleitete Maßnahmen wie Gymnastik oder Ergotherapie können die körperliche und geistige Fitness des Patienten gestärkt sowie Unruhe und Reizbarkeit verringert werden.