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Prostatakrebs im Alter: Früherkennung und Behandlung

Hände halten blaues Band Prostatakrebs Erkennung

Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern im höheren Lebensalter. Die gute Nachricht: Meistens wächst er langsam und nur 20 Prozent der Betroffenen sterben daran. Wird er früh erkannt, ist das Prostatakarzinom gut behandelbar. Doch wie sehen die Methoden zur Früherkennung aus?

Früh erkannt, halb gebannt?

Früherkennung ist meist eine gute Idee im Zusammenhang mit Krebsvorsorge. Vorausgesetzt, es gibt hinreichend sichere und verlässliche Methoden. Eine Tastuntersuchung der Prostata über den After übernehmen Krankenkassen für Männer ab 45 Jahren jedes Jahr ein Mal. Diese Untersuchung gibt Aufschluss über die Lage, Größe, Form und fühlbare Veränderungen der Vorsteherdrüse.

Eine PSA-Bestimmung des Blutes dagegen ist keine Kassenleistung, kann jedoch viele Frühstadien von Prostatakrebs aufdecken – aber auch Fehlalarme auslösen. PSA ist ein prostataspezifisches Antigen, wird also nur von der Prostata gebildet, ganz besonders jedoch von entarteten Prostatazellen: Krebs. Sehr viel häufiger sind die Ursachen für erhöhte PSA-Werte jedoch Prostataentzündungen oder gutartige Prostatavergrößerungen, nur 25 Prozent sind auf Prostatakrebs zurückzuführen.

Ein einzelner PSA-Wert ist wenig aussagekräftig. Der Test muss häufig und regelmäßig wiederholt werden. Hinzu kommt, dass 3,4 Prozent der Prostatakarzinome weder Leben noch Lebensqualität bedrohen, also gut ohne Beunruhigung und vorsorgliche Behandlung fortbestehen können.

Dementgegen stehen circa 12 von 10.000 Männern, die der Test womöglich vorm Krebstod bewahrt. Selten kann ein PSA-Test einen tödlichen Prostatakrebs im Alter „übersehen“.

Kurz: Die Entscheidung für oder gegen den regelmäßigen PSA-Test will gut abgewogen sein, denn sie kann für den Betroffenen sowohl psychologische als auch medizinische Konsequenzen haben.

Von der Diagnose zur Therapie

Werden erhöhte PSA-Werte ermittelt oder Unregelmäßigkeiten beim Tasten festgestellt, folgen weitere Untersuchungen, die die Art und das Stadium der Auffälligkeit aufdecken sollen. Die rektale Tastuntersuchung erlaubt dem Arzt eine Einordnung in eine Tumorkategorie, eine MRT liefert Bilder über die Struktur und die Abgrenzung.

Der Arzt entnimmt bei Verdacht auf Prostatakrebs dann zunächst mit einer Hohlnadel mehrere Gewebeproben. Mittels einer mikroskopischen Analyse wird die „Aggressivität“ des Gewebes bestimmt, angegeben als Gleason-Score (6 bis 10). Möglicherweise sind dann noch zusätzliche Bluttests nötig.

Auf ein geringes Risiko mit langsamem Wachstum deuten folgende Ergebnisse:

  • PSA-Wert von höchstens 10
  • Tumorkategorie 1c oder 2a
  • Gleason-Score 6

Bei niedrigem Risiko empfehlen Ärzte oft ein beobachtendes Abwarten ohne Eingriffe, denn die Therapieoptionen, wie die operative Entfernung der Prostata oder deren Bestrahlung, bergen ihre eigenen Risiken. Auch hier gilt es abzuwägen. Je nach Lebenssituation, Gesundheitsstatus und Alter ist es häufig sinnvoller, die Behandlung des Tumors hinauszuschieben (aktive Überwachung) oder ganz darauf zu verzichten (langfristiges Beobachten).

In beiden Fällen schreitet der Mediziner erst ein, wenn es – nach definierten Kriterien – an der Zeit ist zu handeln, beziehungsweise Beschwerden zu lindern sind.

Teils kommt eine Unterdrückung von Testosteron gegen das Fortschreiten infrage. Diese Hormonentzugstherapie erfolgt entweder medikamentös oder via Hodenentfernung.

Operative Behandlung und Bestrahlung

Muss der Prostatakrebs bekämpft werden, wird der behandelnde Arzt überwiegend zur Prostatektomie (Prostataentfernung) oder zur Strahlentherapie raten.

Die operative Behandlung von Prostatakrebs kann heute in vielen Fällen durch ein nervenschonendes, minimalinvasives Operationsverfahren erfolgen. Zu den Therapie-Folgen zählen Erektionsstörungen und Blasenschwäche (Harninkontinenz). Akut nach der Behandlung fallen sie deutlich stärker aus. Die Inkontinenz bessert sich im Laufe der Genesung, nach einem Viertel Jahr klagen nur noch etwa die Hälfte der Operierten darüber. Impotenz lässt sich auf Wunsch behandeln.

Bestrahlungen erhalten Patienten entweder von außen (perkutan) oder von innen (Brachytherapie), mit in die Prostata eingepflanzten kleinen Strahlungsquellen (Seeds). Bei der Strahlentherapie können als zusätzliche Nebenwirkung Darmprobleme entstehen, die zu einem kleinen Anteil (4 bis 8 Prozent) bestehen bleiben.

Beide Verfahren sind sicher und bieten gute Erfolgsaussichten: 70 Prozent der an Krebs, bis in mittlere Stadien hinein, erkrankten Menschen werden so geheilt. Wie hoch die Heilungsraten bei fortgeschrittenen Stadien sind, ist noch Gegenstand der Forschung.