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Presbyphonie – Warum eine brüchige Stimme im Alter nicht unbedingt sein muss

Im Alter verändert sich der Körper. Auch das Volumen der Stimme verändert sich mit zunehmendem Alter. Bei Frauen wird die Stimme meist tiefer, bei Männern eher höher. Oft kann auch eine zittrige Stimme wahrgenommen werden. Dies kann auch mit einem Räusperzwang, einem Verschleimungsgefühl und einer Schluckstörung einhergehen. Kommt es durch eine Presbyphonie, wie die krankhafte Altersstimme auch genannt wird, zu einer brüchigen und heiseren Stimme, folgen Einschränkungen in der Kommunikation, die oft zu sozialer Isolation, Depression und Frustration führen. Eine brüchige Stimme kann durch physiologische Vorgänge, aber auch durch krankhafte (pathologische) Veränderungen entstehen.

Ursachen der Presbyphonie können vielfältig sein

Die Presbyphonie kann nur eine Ausschlussdiagnose sein. Wenn die Beschwerden länger als drei Wochen bestehen, sollte der Patient einen Arzt aufsuchen. Vorab sollten allgemeine Untersuchungen und eine ausführliche Anamneseerhebung stattgefunden haben.
Für eine Presbyphonie kann es mehrere Ursachen geben. Mit standardisierten Fragebögen, einer auditiven Stimmbewertung, einer computergestützten Stimmschallanalyse und mit Hilfe einer computergestützten Analyse der Phonationsatmung können Diagnosen bereits ausgeschlossen werden. Auch eine Laryngoskopie, eine Kehlkopfspiegelung, kann bei diesen Patienten durchgeführt werden.

Unter einer Presbyphonie leiden circa 20 Prozent der über 60-Jährigen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher, denn viele Ältere nehmen es als natürlichen Alterungsprozess wahr. Im Alter verknöchert der Kehlkopf und die Elastizität des Gewebes nimmt ab. Auch Tumoren am Kehlkopf können der Grund für eine brüchige Stimme sein.

Falls die Ursache nicht direkt mit dem Kehlkopf in Verbindung gebracht werden kann, wie beispielsweise eine Verkalkung des Kehlkopfknorpels, oder aber auch eine Muskelatrophie innerhalb der Stimmlippe, muss nach weiteren möglichen Ursachen gesucht werden. Auch neurologische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Epilepsie, amyothrophe Lateralsklerose, Schlaganfall), ein extraösophagealer Reflux (Rückfluss von Verdauungssäften aus dem Magen), respiratorische Beeinträchtigungen, Infektionen (z.B. Meningitis, Enzephalitis) und einige Medikamente können der Grund für eine brüchige Stimme sein. Hormonelle Umstellungen im Alter beeinflussen ebenfalls die Beweglichkeit der Stimmlippen.

Falls alles bis als Grund für ein Presbyphonie ausgeschlossen werden kann, kann eine Ursache auch das soziale Umfeld sein. Wenn die Stimme nicht genutzt wird, verkümmert sie. Ältere Menschen leben oft allein, da der Partner eventuell schon verstorben ist. Auch der Rest der Familie ist zeitlich meist aufgrund von Berufstätigkeit eingeschränkt. Außerdem haben Sie sich mit dem Eintritt in das Rentenalter oft aus dem gesellschaftlichen Leben gezogen. In diesem Fall können häufigere soziale Kontakte Abhilfe schaffen.

Wie können die Symptome gelindert werden?

Durch die veränderte Körperhaltung im Alter wird die Atembewegung flacher und die Atemmuskulatur verliert an Elastizität. Doch durch gezielte Therapien bei der Logopädie in Verbindung mit einer Atemtherapie kann geholfen werden. Durch Stimm- und Atemübungen, aber auch mit Artikulationsübungen kann gezielt trainiert werden. Auch das Grimassen-Schneiden kann helfen. Patienten mit einer brüchigen Stimme können zudem bei der Logopädie mit Hilfe von Klang- und Resonanzübungen ihr Stimmvolumen ausbauen und die Stimme kräftigen. Allgemein sollten Betroffene über den Tag verteilt viel trinken. Auch Rauchen kann die Stimme verändern. Daher sollte, falls der Betroffene Raucher ist, darüber nachgedacht werden, Abstand vom Nikotin zu nehmen. Ebenfalls sollte auf Alkohol verzichtet werden.

Die Raumluft sollte feucht gehalten werden. Wenn keine sozialen Kontakte bestehen, kann es schon helfen, sich selbst die Zeitung oder ein Buch vorzulesen. Und auch das vor sich hin summen und laute Singen hilft, die Stimme zu kräftigen. In Musizier- und Singgruppen für Senioren, können sprichwörtlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Der Patient hat mehrere soziale Kontakte, spricht dadurch mehr und durch das Singen wird die Stimme trainiert.

Wichtig ist jedoch, immer als Erstes einen Arzt zu kontaktieren, damit andere Erkrankungen ausgeschlossen werden können.