Bei Menschen, die an Polyneuropathie leiden, ist das periphere Nervensystem erkrankt. Das periphere Nervensystem verbindet das Gehirn und das Rückenmark mit der Peripherie (vom Körperstamm entfernte Strukturen) des menschlichen Körpers. Diese Nerven durchziehen den gesamten Organismus und verfügen über eine äußerst hohe Sensibilität in der Wahrnehmung von Kälte, Wärme und Schmerz. Zudem sind sie für die muskuläre Motorik des Menschen zuständig.

Polyneuropathie_im_AlterDas periphere Nervensystem reguliert auch die Funktion des Gefäßsystems und der menschlichen Organe. In diesem System können kurzzeitige und dauerhafte Störungen auftreten, bei denen eine Regeneration möglich ist. Aufgrund der Sensibilität und der Vielzahl an Aufgaben zeigt die Erkrankung sehr vielfältige Symptome. Wie ausgeprägt eine Schädigung ist, hängt ganz individuell vom Krankheitsverlauf des einzelnen Patienten ab. Der Grund für die Entstehung einer Polyneuropathie kann bei einigen Patienten nicht herausgefunden werden. Bei den meisten Menschen mit Polyneuropathie ist die Erkrankung jedoch im Laufe des Lebens erworben worden. Die Erkrankung ist häufig auf Folgendes zurückzuführen:

  • Tumorerkrankung
  • Stoffwechselerkrankung (z.B. Diabetes mellitus)
  • Infektionserkrankung
  • Alkoholmissbrauch
  • Medikamente
  • Vitaminmangel

Auslöser Diabetes mellitus

Bei etwa 33 Prozent der Menschen mit Diabetes mellitus bildet sich eine diabetische Polyneuropathie aus. Sie ist somit eine der häufigsten Gründe für die Entstehung von Polyneuropathie insgesamt. Viele Diabetiker weisen bereits sehr frühzeitig erste Symptome auf, obwohl die Erkrankung bei ihnen noch nicht diagnostiziert wurde.

Vermutliche Ursachen sind die Beeinträchtigungen und Schädigungen der Blutgefäße, die die Nervenzellen versorgen und die Wirkung des erhöhten Blutzuckerspiegels auf die Nervenzellen. Die ersten Symptome der diabetischen Polyneuropathie verspürt der Patient häufig an den Füßen, Waden und Beinen. In diesen Bereichen treten Missempfindungen und Taubheitsgefühle auf. Diese Schädigungen der Nerven durch die diabetische Polyneuropathie werden jedoch häufig erst sehr spät erkannt.

Auslöser Alkoholmissbrauch

Alkoholmissbrauch hat nachweislich eine toxische Auswirkung auf den menschlichen Organismus. Durch Alkoholmissbrauch können Nervenschmerzen und Missempfindungen entstehen. Durch den chronischen Missbrauch und dem dadurch zusätzlich verursachten Vitaminmangel kommt es zu ausgeprägten Nervenschädigungen. Bei der Polyneuropathie durch Alkoholmissbrauch werden sensible Strukturen des peripheren Nervensystems zerstört, sodass es zu Nervenschmerzen und motorischen Funktionsstörungen kommen kann.

Auslöser Niereninsuffizienz

Patienten, die lange Zeit unter Niereninsuffizienz leiden und Dialysepatient sind, können an urämische Polyneuropathie erkranken. Verantwortlich sind Ablagerungen von Stoffen im Blut des Patienten, die aufgrund der Niereninsuffizienz nicht mehr ausgeschieden werden können. Mediziner gehen davon aus, dass diese Stoffe für die Schädigung der Nerven verantwortlich sind.

Auslöser Infektionserkrankung

Eine Schädigung des peripheren Nervensystems kann auch durch eine Infektionserkrankung hervorgerufen werden. Typische Keime hierfür sind:

  • Herpes Zoster
  • Masern
  • Diphterie
  • Borreliose
  • Malaria

Auslöser Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen können aufgrund ihrer gestörten Toleranz zum Immunsystem eine Polyneuropathie hervorrufen. Sie greifen körpereigenes Gewebe an und verursachen somit Schädigungen, die auch das periphere Nervensystem betreffen.

Auslöser schädigende Stoffe

Schädigende Stoffe, wie Gifte und Schwermetalle, können zu Schädigungen des peripheren Nervensystems führen und somit eine Polyneuropathie hervorrufen.

Die Symptome

Die meisten Patienten mit dieser Erkrankung leiden unter Schmerzen. Die Beschwerden sind für die Patienten sehr vielfältig und abhängig von den Ursachen, die zur Erkrankung führten. Die Symptome richten sich nach dem Bereich, in dem die Nerven geschädigt sind. In einigen Bereichen können die Nerven komplett ausgefallen sein oder an anderen Stellen Beschwerden einer Überreaktion hervorrufen.

Der Patient verspürt Taubheitsgefühle und einen Gefühlsverlust in der Haut. Bei Nervenstörungen im muskulären Bereich kann es zur Abnahme der Muskelmasse kommen. Außerdem können die Nervenschädigungen zu Muskelausfällen und Lähmungserscheinungen führen. Nerven die für die Versorgung der Organe zuständig sind, können hier zu Beeinträchtigungen führen, wie z. B.

  • Darm: Durchfälle
  • Haut: trockene und dünne Haut
  • Harnblase: Schwierigkeit bei der Blasenleerung