Vergesslichkeit ist ein Teil von allen Menschen, doch vor allem bei älteren Personen kann eine ernsthafte Erkrankung dahinterstehen. Demenz oder auch Alzheimer gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung im Alltag führen. Demenz kann in ein leichtes, mittleres und schweres Stadium unterschieden werden. In diesem Beitrag wird die mittlere Demenz behandelt.

Bei mittelschwerer Demenz beginnen die Patienten damit, größere Schwierigkeiten im Alltag zu erleben. Häufig sind sie bereits auf fremde Hilfe, vor allem bei der Durchführung von komplizierteren Aufgaben, angewiesen. Freizeitaktivitäten treten zunehmend in den Hintergrund. Im mittleren Stadium von Demenz kann es zudem vorkommen, dass einzelne Betroffene in gewissen Punkten den Bezug zur Realität verlieren. So denken sie, sie wären körperlich in bestem Alter, ihre Eltern würden noch Leben, etc.

Demenz und Alzheimer kann herausgezögert werden

Insbesondere wenn Demenz früh erkannt und eine Behandlung gestartet wird, ist es möglich den Fortschritt der Krankheit zu verzögern. Da Demenz eine Krankheit ist, welche meist erst im hohen Alter eintritt, kann so häufig die Krankheit so lange hinausgezögert werden, dass der Patient einen schweren Grad der Demenz nicht mehr erleben muss. Eine Verzögerung von inzwischen fünf und zehn Jahren soll möglich sein.

Ein großer Teil der Behandlung muss hierbei allerdings durch den Patienten selbst durchgeführt werden. Es gilt sich geistig und körperlich möglichst fit zu halten. Nur geistige oder nur körperliche Beschäftigung allein haben hingegen keinerlei positive Auswirkungen auf die Verzögerung von Demenz.

Zur körperlichen Ertüchtigung empfehlen Spezialisten, täglich einen Spaziergang von mindestens zwei Kilometern zu machen. Je unterschiedlicher hierbei die täglichen Routen sind, umso besser. Um die geistige Fitness zu verbessern, können unterschiedliche Herangehensweisen empfohlen werden. So kann Kopfrechnen ebenso dazu beitragen wie der Versuch, bewusst neue Dinge zu lernen und auszuprobieren. Auch spezielle Trainingsprogramme für Demenzerkrankungen können genutzt werden. So gilt es beispielsweise als eine gute Übung, in einem Zeitungsartikel so schnell wie mögliche alle Vertreter von bestimmten Buchstaben anzustreichen.

Aktivität und Psychomotorik für die mittlere Demenz

Ein aktives Leben ist die beste Maßnahme, um eine Demenzerkrankung am Fortschreiten zu hindern. Je aktiver ein Mensch ist – hier gehören erneut sowohl körperliche als auch geistige Aktivität zu – umso langsamer werden die Symptome der Krankheit auftreten. Insbesondere die Psychomotorik erzielt hier laut Studien einen hervorragenden vorbeugenden Effekt.

Um die Hand-Augen Koordination aber auch das Gleichgewicht zu trainieren, können beispielsweise Übungen mit einem Luftballon durchgeführt werden. So kann dieser mit dem Daumen der rechten Hand in die Luft geschubst werden um anschließend mit dem Zeigefinger der linken Hand aufgefangen werden. Nur fünf Minuten Übung täglich mit dem systematischen Wechseln der verwendeten Finger kann bereits positive Auswirkungen zeigen.

Ein aktives Leben ist auch von der Einbettung in ein soziales Umfeld gekennzeichnet. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Patienten mit Demenz im mittleren Stadium den Kontakt zu anderen Menschen nicht verlieren. Tägliche Gespräche und Interaktionen mit anderen Personen sorgen für ein aktives Leben: Geistig wie auch körperlich.

Unterstützung durch Angehörige

Das unmittelbare Umfeld von Alzheimer Patienten kann maßgeblich dazu beitragen, die Entwicklung der Krankheit zu verlangsamen. Eine Unterstützung bei einem möglichst aktivem geistigen und körperlichen Leben ist wünschenswert. Häufig wird erwähnt, dass eine klare Tagesstruktur das Leben von Demenzkranken erleichtert. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn der Betroffene die Tätigkeiten selbstständig ausübt. Der Spaziergang erfolgt jeden Tag zur selben Zeit, auch das Essen kommt pünktlich auf den Tisch. Ein Abweichen des Tagesplans kann allerdings auch sowohl Körper und Geist anregen. Die meisten Patienten sind hierzu allerdings nicht mehr selbst in der Lage, weswegen hier die Angehörigen und Freunde gefragt sind.

Wichtig ist allerdings zu beachten, dass nicht zu extreme oder zu viele Änderungen vorgenommen werden sollten. So kann es helfen, das Mittagessen nicht wie gewohnt Zuhause, sondern in einem Gasthaus einzunehmen. Der Zeitpunkt sollte allerdings nicht zusätzlich geändert werden. Auch die Wege, welche zu bestimmten Orten genommen werden, können gezielt geändert werden. Allerdings sollte dies auch immer mit dem Betroffenen selbst abgesprochen werden. Durch solche Abwechslungen kann der Alltag wieder etwas frischen Wind bekommen und so das Hirn stets anregen.