Senior hält Tablette in der Hand.Viele ältere Menschen müssen dauerhaft Medikamente einnehmen. Was nicht jeder weiß: Bestimmte Medikamentengruppen führen zu einem Magnesiummangel. Die wichtigsten Fakten und was man dagegen tun kann, haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.

Was ist Magnesium überhaupt?

Magnesium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der dem Körper von außen zugeführt werden muss. Ein erwachsener Mensch benötigt täglich 300 – 400 Gramm dieses Stoffs. Nüsse, Bananen, Himbeeren, Zartbitterschokolade, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, Haferflocken, Spinat, Leinsamen, Mineralwasser, Leber und Kartoffeln sind die wichtigsten Magnesiumlieferanten. Eine ausgewogene Ernährung ist also essenziell, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Magnesium ist ein wesentlicher Faktor bei der reibungslosen Funktion des Nerven- und des Immunsystems und ist außerdem an vielen Enzymreaktionen (Enzyme sind Eiweiße, die wichtige Stoffwechselvorgänge im Körper vorantreiben) beteiligt. Ein Mangel führt zu einer Vielzahl an möglichen Beschwerden wie Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen, Nervosität, Müdigkeit, Erschöpfung, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Verwirrung und Herzrhythmusstörungen.

Wie kommt es zu einem Magnesiummangel?

Magnesiummangel ist in Deutschland weit verbreitet. Statistiken gehen davon aus, dass bis zu 40 % der Menschen davon betroffen sind. Leichte Mängel verursachen keine oder nur geringe Beschwerden, sie sind „latent“ (unerkannt, versteckt). Je höher der Mangel, desto ausgeprägter sind die Symptome.

Ein Nährstoffmangel kann verschiedene Ursachen haben. Einerseits führt eine verringerte Aufnahme von Magnesium zu Problemen – beispielsweise durch Mangelernährung, Fehlernährung oder durch einen höheren Bedarf (besonders bei Sportlern, Schwerarbeitern oder Schwangeren). Andererseits kann auch eine erhöhte Magnesiumausscheidung zum Mangel führen. Dies kommt vor allem bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, Alkoholismus, Diabetes mellitus und Nierenerkrankungen vor.

Ein weniger bekannter Grund sind Dauermedikationen. Bestimmte Medikamente verursachen eine erschwerte Aufnahme oder eine erhöhte Ausscheidung von Magnesium. Da die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft Medikamente einnehmen zu müssen, mit dem Alter steigt, sind besonders Senioren von Magnesiummangel betroffen.

Die Aufnahme wird durch folgende Präparate erschwert:

  • Antibiotika (vor allem Fluorchinolone und Tetracycline)
  • Hormonpräparate (Beispiel: Antibabypille und Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden)
  • Protonenpumpenhemmer (Beispiel: sogenannter „Magenschutz“ bei Sodbrennen)
  • Bronchienerweiternde Arzneimittel (Beispiel: Glukokortikoide bei Asthma)
  • Zytostatika (Beispiel: Chemotherapie)

Diese Medikamente koppeln sich an das Magnesium und verhindern dadurch, dass dieses sich im Körper binden kann. Besonders Protonenpumpenhemmer sind nicht zu unterschätzen, denn sie unterbinden neben Magnesium auch die Aufnahme vieler weiterer Nährstoffe.

Die Ausscheidung wird erhöht durch:

  • Abführmittel
  • Cortison (Beispiel: Entzündungshemmer)
  • Diuretika (harntreibende Medikamente)
  • Insulin (bei Diabetes)

Diese Präparate führen über eine beschleunigte Ausscheidung über Darm und Niere. Das Magnesium wird hierbei ausgeschieden, bevor es von den Körperzellen aufgenommen werden konnte. Besonders tückisch sind Abführmittel: Diese werden bei Verstopfung eingesetzt und sorgen für eine rasche Darmentleerung. Dabei gehen aber wieder Nährstoffe, unter anderem Magnesium, verloren, welche gegen Verstopfung wirken. Die Einnahme von Abführmitteln kann also zu einem Teufelskreis führen.

Was kann man gegen einen Magnesiummangel tun?

Ist eine Dauermedikation die Ursache für den Mangel, so sind Nahrungsergänzungsmittel eine gute Lösung. Hierbei nimmt man mehr Magnesium auf als üblich und erhöht so den vom Körper aufgenommenen Anteil. Der Zeitpunkt der Einnahme ist dabei wesentlich: Magnesium soll nicht gemeinsam mit den anderen Medikamenten eingenommen werden, sondern in einem zeitlichen Abstand von idealerweise mehreren Stunden. Optimal ist die Einnahme vor dem Essen, damit keine anderen Nährstoffe wie Eisen oder Kalzium die Bindungsstellen im Körper besetzen – ist dies der Fall, kann das Magnesium nur unzureichend aufgenommen werden.

Empfehlenswert ist in jedem Fall das Aufsuchen eines Arztes. Dieser kann die passenden Ergänzungsmittel verschreiben und beurteilen, wie diese am besten eingenommen werden sollten. Eine magnesiumreiche Ernährung unterstützt zusätzlich.