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Ist der Lebensstil entscheidend für Demenz?

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Diese Binsenweisheit stammt von den alten Römern und wird seit Jahrtausenden zitiert. Aber ist da was dran, wenn es um das Thema Demenz geht? Die Antwort lautet „Ja“ – das legt zumindest eine aktuelle Studie nahe.

Vorgänge im Gehirn

Um zu verstehen, wie das funktioniert, müssen wir uns zunächst ansehen, wie die Hirnalterung abläuft. Mit den Jahren wird der Körper immer schlechter durchblutet. In der Folge kommt auch weniger Blut im Gehirn an. Da der rote Lebenssaft auch Sauerstoff transportiert, werden die grauen Zellen damit ebenfalls schlechter versorgt. Die Folge: Das Hirngewebe verändert sich und Zellen werden abgebaut. Dieser Prozess kann so weit gehen, dass eine Demenz entsteht.

Da stellt sich doch die Frage, ob sich dieser Prozess nicht aufhalten oder stark verlangsamen lässt. Die schlechte Nachricht: eine konkrete, klare Antwort auf diese Frage gibt es derzeit nicht. Klar geben verschiedene Ärzte unterschiedliche Empfehlungen, die widersprechen sich aber zum Teil sogar. Das hat einen einfachen Grund: All diese Empfehlungen basieren auf sehr kleinen Stichproben. Aus diesen kleinen Studien lässt sich in keinem Fall eine Aussage für die Allgemeinheit treffen. Das ist aber kein Versäumnis der Wissenschaft. Denn: Gerade wenn es um die Faktoren Ernährung und Sport geht, lassen sich große Gruppen nur sehr schwer zusammenhängend beobachten.

Studien zum Thema Demenz

Aber warum lassen sich nun trotzdem Aussagen über den Zusammenhang von Lebensstil und Demenz treffen? Zu verdanken haben wir das eine Forschergruppe aus Australien. Die arbeitet seit Jahren daran, die Hürden zu überspringen. Das Team von der New South Wales University in Sydney konnte 6000 Menschen mittleren und höheren Alters für eine Studie gewinnen. Diese werden von den Forschern regelmäßig untersucht und befragt.

Die Annahme vor der Studie: Der Einfluss des persönlichen Lebensstils auf eine mögliche Demenz-Erkrankung liegt bei etwa 40 Prozent. Das war auch der Wert, von dem die Wissenschaft zuvor ausgegangen ist. Ob das stimmt, ist bislang nicht belegt. Erst die Studie der australischen Wissenschaftler soll Auskunft darüber geben. Sie wollen zeigen, wie groß der Einfluss von zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung auf die Alterung des Gehirns wirklich ist. Dabei geht es den Wissenschaftlern nicht nur darum, einen Zusammenhang zur Entstehung von Demenz-Erkrankungen zu belegen. Sie interessieren sich auch für andere negative Effekte des Alterns, zum Beispiel der Entstehung von Parkinson-Erkrankungen oder Alzheimer. Beide Leiden sind ebenso auf degenerative Prozesse im Gehirn zurückzuführen.

Die Hypothese der Forscher: Wer sich viel bewegt und gut isst, sorgt dafür, dass das Gehirn stärker mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Infolgedessen müssten auch Alterunsprozesse verlangsamt sein. Klar ist jetzt schon, dass es diesen Zusammenhang gibt. Wie groß er ist, das muss erst noch erforscht werden. Ebenfalls gewiss ist, dass auch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel geistige Gesundheit und kognitive Anregungen für das Gehirn.

Der Lebensstil der Teilnehmer

Die Forscher fokussieren sich nicht nur auf die Punkte Sport und Bewegung. Sie erfassen auch, ob die Probanden geistig gesund sind oder kognitive Anreize für ihr Gehirn suchen. Diese Daten werden mithilfe von Fragebögen erfasst. Die können die Teilnehmer der Studie einfach von zu Hause aus ausfüllen. So stellen die Wissenschaftler sicher, dass sie stets viele Antworten erhalten.

Alleine auf die Antworten der Teilnehmer verlassen sich die Forscher aber nicht, vor allem, wenn es um den Sport geht. Hier werten sie Daten von sogenannten Wearables aus, zum Beispiel die Aufzeichnungen der Apple Watch. Die geben zuverlässig Aufschluss darüber, wie viel ein Proband sich im Alltag bewegt hat. Mit ersten zuverlässigen Ergebnissen der australischen Studie ist in drei bis fünf Jahren zu rechnen.