Fitter Senior auf dem Fahrrad fährt dem Sonnenaufgang entgegen

Laut aktueller Statistik werden Frauen in Deutschland durchschnittlich 83,1 und Männer 78,1 Jahre alt. Doch sind sie auch gesünder? Drohten Wohlstandskrankheiten über längere Zeit die stetig hinzugewonnenen Lebensjahre zu vergällen, hat sich dieser Trend gewendet. Eine gesündere Lebensweise lohnt sich nachweislich und wird von immer mehr Menschen bewusst gelebt.

Mehr Lebensqualität im Alter

Einige Jahrzehnte schien es, als würden wir den Zugewinn an Lebenserwartung seit 1871 durch mehr Leidensjahre erkaufen: Trotz medizinischer Fortschritte nahmen Herz- und Kreislauf-Erkrankungen zu. Dann fand ein Umdenken in Bezug auf den eigenen Lebensstil statt, sicher auch in Folge von mehr Wohlstand und Aufklärung. Heute sind die über 65-Jährigen insgesamt deutlich gesünder als ihre Vorgänger-Generationen. Laut Studien stieg die „gesunde Lebenserwartung“ stärker als die Gesamtlebensdauer. Parallel dazu verschob sich das biologische Alter. Wissenschaftler haben den Grund hierfür ausgemacht: Der Anteil schwerer Herzerkrankungen ist drastisch gesunken – durch eine weiterentwickelte medizinische Versorgung und eine gesundheitsbewusstere Lebensweise.

Mit dem besseren Gesundheitszustand profitiert die Generation 65+ heute auch von einer wesentlich höheren Lebensqualität. Sie wirkt jünger, ist aktiver, agiler und mobiler, steht voll im Leben und selbstbewusst ihren Mann beziehungsweise ihre Frau.

Was bewirkt eine gesunde Lebensweise im Körper?

Alterungsprozesse lassen sich nicht umkehren, aber abbremsen. Reparaturmechanismen und Erneuerungen laufen nicht mehr so effizient ab wie in jungen Jahren.

Eine abnehmende Muskelmasse und Knochendichte, der Austausch von Muskel- gegen Fettmasse, nachlassende Organfunktionen, der Gelenkverschleiß und Elastizitätsverluste in Gefäßen, Bindegewebe und Bändern: All dies sind natürliche Alterserscheinungen, deren Ausmaß vom Leben geprägt wurde und teils in den Genen festgelegt ist. Dennoch sind sie positiv beeinflussbar.

Es lässt sich sogar sehr viel für die eigene Gesundheit und Fitness im Alter tun. Das gilt für den Körper ebenso wie für den Geist.

Gesunde Maßnahmen nicht nur für Senioren

Das beste Revitalisierungsprogramm ist ein regelmäßiges Ausdauertraining. Dreimal die Woche 30 Minuten Gehen an der frischen Luft genügen, um den Blutdruck um 5 mm Hg zu senken, Fettpolster zu reduzieren, Gelenke beweglich zu halten, Knochen und Muskeln aufzubauen.

Durch Bewegung lässt sich die Zellneubildung am effektivsten auslösen. Noch dazu werden der gesamte Organismus aktiviert, die inneren Organe angeregt und der Stoffwechsel angekurbelt. Wandern, Nordic Walking, Bergwandern oder Schwimmen sind ideal. Regelmäßige sportliche Aktivitäten mit Gleichgesinnten erhöhen die Effekte und machen zudem mehr Spaß.

Bewegung und Ernährung sind gleichermaßen entscheidend

Das zweite Standbein ist die richtige Ernährung. Anstelle von Fertigprodukten sollte Frisches auf den Tisch. Die mediterrane oder auch indische Küche ist der Favorit vieler Ernährungsexperten: viel Obst, Gemüse, ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenöl, wenig tierisches Fett, kaum Salz, lieber mehr Gewürze und Kräuter, gerne Fisch und höchstens zweimal wöchentlich gutes (Bio-)Fleisch.

Die bunte Abwechslung macht mit Leichtigkeit und ohne Völlegefühl den Magen wie die Augen satt und ist obendrein sehr schmackhaft. Weil ältere Menschen des Öfteren das Trinken „vergessen“, sei besonders auf die Bedeutung von Flüssigkeit verwiesen. Wasser ist hier am besten.  Es darf aber auch Kaffee, Tee, Brühe, Suppe oder Obst sein, Säfte enthalten dagegen meist zu viel Zucker.

Neben dem guten Essen sind Erholung, Entspannung und Schlaf unverzichtbare Phasen der Regeneration. Regelmäßige und konsequente Zeiten tragen zum Aufbau neuer Kräfte und Körpersubstanz bei. Selbstheilungskräfte können auch durch anregende Massagen, Wechselbäder oder Saunagänge aktiviert werden, es sei denn, der Arzt rät zur Vorsicht.

Wir brauchen Gesellschaft

Für die psychische Gesundheit können betagte Menschen gleichfalls viel selbst in die Hand nehmen. Unzulänglichkeiten und Einschränkungen zu akzeptieren, erfordert zwar ein wenig Mühe, doch setzt es ungleich mehr positive Energien frei, nimmt Last von den Schultern und bringt mehr Zufriedenheit. Die „Denkzellen“ wollen weiterhin trainiert und gefüttert werden. Damit das Gehirn länger fit und munter bleibt, hilft es, neugierig zu bleiben, am aktuellen Geschehen teilzuhaben und Neues zu erleben, vor allem mit anderen Menschen. Dabei helfen Hobbys und die Pflege von Beziehungen.

Wer zusätzlich die Angebote zur Früherkennung und für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, seinen Gesundheitszustand turnusmäßig vom Arzt kontrollieren lässt, hat schon sehr viel richtig gemacht auf seinem Weg zum gesunden Altern.