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help4seniors ist eine kleine, herzliche Pflegeagentur aus Düsseldorf. Wir vermitteln professionelle Pflegekräfte aus Osteuropa für die sogenannte 24 Stunden Betreuung. Wir haben es uns zur Mission gemacht, pflegebedürftigen Menschen ein würdevolles Leben zuhause, bei ihren Angehörigen, zu ermöglichen.

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Gelungene Kommunikation trotz Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit ist für Betroffene sowie Hörende eine Herausforderung. Neben einem sensiblen Umgang miteinander helfen einige Tipps und Tricks bei der Verständigung.

Probleme trotz Hörgerät

Viele Menschen mit einem Gehörschaden oder Gehörverlust hören trotz eines Hörgerätes nicht voll und normal. Das ist Hörenden meistens gar nicht bewusst.

Heute sind Hörgeräte auch so klein und unauffällig, dass das Tragen einer Hörhilfe Mitmenschen gar nicht mehr auffallen muss. Deswegen ist es wichtig, dass Schwerhörige, ihr Umfeld immer voll über ihre Hörschwäche informieren. So können lästige und peinliche Missverständnisse schon im Vorfeld reduziert werden.

Leider gehen viele Schwerhörige nicht gerne offen mit dem Thema um. Gerade Senioren können den Verlust des Gehörs oder die Abnahme der Hörfähigkeit als Schwäche empfinden, die sie nur allzu gerne verbergen würden. Doch genau das führt dann schnell zu Problemen, die eigentlich vermeidbar wären.

Schwerhörige mit großen Problemen im Alltag sollten unbedingt an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten. Die meisten Menschen reagieren mit sehr viel Rücksicht und Einfühlungsvermögen, wenn sie von einer bestehenden Einschränkung wissen.

Im privaten Umfeld sollten alle Mitmenschen über die verbliebene Hörfähigkeit eines Menschen aufgeklärt werden. Manchmal sind es ganz bestimmte Laute, Wörter oder Ausdrucksweisen, die ein Schwerhöriger nicht mehr richtig deuten kann. Gerade wenn eine nähere persönliche Beziehung vorliegt, lohnt sich der intensive Austausch, um Missverständnisse und Ärgernisse zu vermeiden.

Die drei goldenen Regeln guter Kommunikation

Egal, ob schwerhörig oder normal hörend, diese drei Regeln guter und flüssiger Kommunikation gelten für jedes Gespräch:

• sich Zeit nehmen
• wirklich zuhören
• den anderen ernst nehmen.

In unseren hektischen Zeiten hören sich Normalhörende schon oft genug nicht mehr richtig zu. Wir sind hektisch und ständig mit unseren Gedanken woanders. Das stört den Fluss zwischen Menschen.
Die Kommunikation mit einem Schwerhörigen kann dann eine Extraprobe an die eigene Geduld, die Ausdrucksfähigkeit und Präsenz sein.

Viele Anteile der Kommunikation laufen unbewusst ab. Wir alle sprechen mit Körper, Mimik, Gestik und den Augen.
Ein Schwerhöriger, der nicht unter Druck gesetzt wird, sich so schnell wie möglich klar auszudrücken, wird weitere Wege finden, seine Botschaft verständlich zu machen.

Wenn gar nichts anderes hilft, helfen ein Blöckchen und ein Bleistift.

Für Hörende sind diese vier Verhaltensregeln wichtig im Umgang mit Schwerhörigem:

• direkte Ansprache mit Augenkontakt
• deutliches ruhiges Sprechen
• betonte aber nicht übertriebene Lippenbewegungen
• kleine Pausen nach jedem Satzteil.

Natürlich gelten diese Regeln weitestgehend auch für Schwerhörige. So manch einem Menschen mit Hörverlust ist gar nicht bewusst, wie undeutlich er oder sie sich für Hörende ausdrückt. Deswegen gilt auch hier langsam und deutlich sprechen sowie die direkte Ansprache des anderen.

Weitere Tipps und Tricks für Schwerhörige im Alltag

Wie bereits erwähnt, sollten alle Menschen im Umfeld über die Hörschwäche informiert sein. Niemand braucht sich zu schämen, wenn im Alter das Gehör nachlässt.

Geht es an Feierlichkeiten oder Treffen mit größeren Menschengruppen, sollten Schwerhörige sich an die Gesellschaft von Menschen halten, die über das Problem Bescheid wissen. Bei Feiern wäre der Sitzplatz neben einem Fremden nicht angebracht und mit großem Stress für den Schwerhörigen verbunden.

Bei Events außerhalb der Familie und dem privaten Rahmen dürfen Schwerhörige ruhig immer eine hörende Begleitperson bei sich haben. So wird der soziale Umgang deutlich erleichtert und ausgrenzende Situationen werden vermieden.

Zuletzt muss noch angesprochen werden, dass Schwerhörige sich unbedingt eine Hörhilfe benutzen sollten. Noch immer verzichten viele Menschen mit Hörproblemen auf ein Hörgerät, weil es ihnen wie eine Stigmatisierung vorkommen kann. Das macht das Leben Betroffener unnötig schwer. Hörgeräte sind heute winzig kleine Apparate, die sehr geschickt am und im Ohr platziert werden. Mit durchsichtigen Kabeln und Mikrotechnik sind die Geräte kaum sichtbar. Außerdem können sie durch einen geschickten Haarschnitt wunderbar kaschiert werden.