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Leben mit Diabetes Typ 2 im Alter – ist die Krankheit noch heilbar?

Einmal Diabetes, immer Diabetes? Die weit verbreitete Wohlstandskrankheit galt lange Zeit als unheilbar. Neuere Forschungsergebnisse stützen aber die These, dass zumindest die Betroffenen, die unter Typ II leiden, selbst viel zu ihrer Genesung beitragen können. 

Welche Arten von Diabetes gibt es? 

Die Medizin unterscheidet zwischen drei Formen von Diabetes mellitus. Diabetes Typ I ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Betroffenen kein oder zu wenig Insulin produzieren, da die körpereigene Abwehr die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Typ II ist dagegen eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Betroffenen zwar ausreichend Insulin produzieren, aber eine Resistenz entwickeln. Die Ursachen für Diabetes Typ II sind vielfältiger Natur und wurzeln oft im Lebensstil des Patienten. Alle Formen von Diabetes, die nicht Typ I ein oder II sind, werden als Typ III bezeichnet, der vergleichsweise selten auftritt. Er wird in der Regel durch Alkoholmissbrauch, Medikamente, die die Bauchspeicheldrüse angreifen, oder Gendefekte verursacht. Alle Formen von Diabetes können unbehandelt zu schweren Langzeitschäden wie Sehstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall führen.  

Ist Diabetes heilbar?

Diabetes Typ I kann heutzutage erfolgreich behandelt, aber nicht geheilt werden. Diese Auffassung galt lange Zeit auch für Typ II, die mit einem Anteil von 90 % bei weitem häufigste Diabetesform. Hier ändert sich die herrschende Meinung unter den Medizinerinnen und Medizinern aber gerade. Der Grund dafür sind die Ergebnisse einer  DiRECT-Studie, die Forscher der britischen Universitäten Glasgow und Newcastle gemeinsam durchgeführt haben. Das Team um die Professoren Michael Lean und Roy Taylor hat ihren 150 Studienteilnehmern, die alle an Diabetes litten, eine drastische Reduktionsdiät verordnet. Die Probanden durften über einen Zeitraum von drei bis fünf Monaten nur flüssige Nahrung und maximal 850 Kalorien pro Tag zu sich nehmen. Das Studienziel bestand darin, mindestens 15 Kilo abzunehmen. Im Schnitt wogen die Studienteilnehmer nach einem Jahr 10 Kilo weniger. Gleichzeitig haben sich bei knapp der Hälfte der Studienteilnehmer die Blutzuckerwerte normalisiert – ganz ohne medikamentöse Behandlung. Aufgrund dieser beeindruckenden Ergebnisse wird in der Fachwelt in Zusammenhang mit Diabetes Typ 2 immer häufiger von „Heilung“ gesprochen, wobei die britischen Forscher selbst aber nur von einer Remission, also einem Verschwinden der Symptome, ausgehen.  

Völlig neu sind diese Erkenntnisse nicht. Dass insbesondere Übergewichtige und Normalgewichtige mit erhöhtem Bauchfettanteil, die an Diabetes Typ 2 leiden, ihre Krankheit auch durch eine Umstellung des Lebenswandels therapieren können, ist schon lange bekannt. Da es aber extrem schwierig ist, Patienten zu einer nachhaltigen Modifikation ihres Lebensstils zu bewegen, verfolgen Ärzte diese Therapieform oft nicht und verordnen stattdessen Antidiabetika. Die britische Studie zeigt aber eindrücklich, dass ein sehr großer Teil der Diabetes Typ 2-Erkrankungen durch eine Ernährungsumstellung erfolgreich behandelt werden kann, das gilt auch für Seniorinnen und Senioren.

Eine Seniorin und ein Senior sind in der Küche. Der Mann hält ein Brett, auf dem Tomaten sind und füllt sie in die Salatschüssel, die die Frau in der Hand hält.

Tipps für die diätetische Therapie

Ältere Menschen, die mit Gewichtsproblemen und Diabetes Typ II kämpfen, sollten ein Ernährungstagebuch führen und ihre durchschnittliche Kalorienaufnahme ermitteln. Der nächste Schritt besteht darin, die Kalorienzufuhr um wenigstens 30 Prozent zu reduzieren, bis das Soll-Gewicht erreicht ist. Oft reicht es schon, beim Kochen die verwendeten Mengen an Zucker zu reduzieren und tierische Lebensmittel durch pflanzliche zu ersetzen. Damit es mit dem Abnehmen schneller geht und das Wunschgewicht dauerhaft gehalten werden kann, ist regelmäßige Bewegung unverzichtbar. Besonders zu empfehlen sind Ausdauersportarten wie Schwimmen und Radfahrern, aber auch ein flotter Spaziergang von wenigstens 30 Minuten Dauer zeitigt bereits einen positiven Effekt.

Wenn Sie sich jetzt motiviert fühlen, Ihre Diabetes durch eine Veränderung des Lebensstils anzugehen, sollten Sie aber keinesfalls einfach Ihre Medikamente absetzen. Halten Sie vor Beginn der Umstellung unbedingt Rücksprache mit einem Arzt, der Sie bei Ihrem Vorhaben berät und begleitet.