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Chronische Wunden – Das sollten Sie beachten

Eine akute Wunde entsteht durch äußere Einflüsse wie eine Stichverletzung, Verbrennung oder eine Operation. Sie heilt üblicherweise in weniger als zwei Wochen ab. Die chronische Wunde dagegen benötigt mehr als acht Wochen zur Heilung.

Chronische Wunden treten zumeist als Folge bzw. gemeinsam mit einer Grunderkrankung auf. Hier muss nicht nur die Wunde selbst, sondern auch die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden.

3 Arten chronischer Wunden

Jede Wunde, die nicht fachgerecht versorgt wird, kann sich zu einer chronischen Wunde entwickeln. Auch Faktoren wie Übergewicht und Rauchen erschweren die Wundheilung. Dennoch stehen vor allem bei älteren Menschen jene chronischen Wunden im Vordergrund, die mit einer Grunderkrankung einhergehen. Es handelt sich um den Dekubitus, das offene Bein und den diabetischen Fuß.

Offenes Bein (Ulcus cruris)

Das offene Bein ist ein Unterschenkelgeschwür, das sich infolge von Durchblutungsstörungen entwickelt. Zu 85 % ist es venös bedingt, seltener arteriell oder in kombinierter Form.

Durch mangelnde Durchblutung entsteht in den Zellen ein Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen. Infolgedessen treten Hautschäden auf. Beim arteriell bedingten Ulcus cruris zeigen sich tiefe Wunden durch mehrere Hautschichten vor allem an den Zehen und der Ferse. Die Wunden des venös bedingten offenen Beines breiten sich meist am unteren Unterschenkel aus und können sehr großflächig werden.

Diabetischer Fuß

Der diabetische Fuß entsteht als Folge des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Besteht ein Diabetes über einen längeren Zeitraum ohne optimale Einstellung des Blutzuckers, treten Schäden an den Blutgefäßen und Nervenbahnen auf. Diese Defekte begünstigen die Entwicklung von Wunden und Geschwüren am Fuß.

Dekubitus

Als Dekubitus bezeichnet man ein Druckgeschwür, das vor allem bei Bettlägerigkeit, oft auch bei Rollstuhlfahrern auftritt. Es entsteht durch längeren Druck auf die Haut und betrifft hauptsächlich Stellen, an denen sich die Knochen dicht an der Hautoberfläche befinden (z. B. Ellbogen, Gesäß, Knochen). Die Wunden können sich infizieren und zu ernsthaften Komplikationen wie Knochenmarkentzündung, Blutvergiftung oder Lungenentzündung führen.

Behandlung einer chronischen Wunde

Chronische Wunden sollten professionell begutachtet und behandelt werden. Durch eine Therapie sollen die Lebensqualität des Patienten verbessert (chronische Wunden sind sehr schmerzhaft), die Wundheilung unterstützt und das erneute Auftreten von Wunden verhindert werden.

Da chronische Wunden oft mit Keimen infiziert sind, ist eine Säuberung unabdingbar. Bereits abgestorbenes Gewebe wird chirurgisch entfernt oder mit Enzym-Gel behandelt. Bei einem Befall mit Bakterien werden Antibiotika eingesetzt. Die Keimfreiheit der Wunde ist die Voraussetzung für den Heilungsprozess.

Bei der Wundbehandlung kommen Wundauflagen zum Einsatz. Hier ist es wichtig, die passenden Produkte auszuwählen. Inaktive Wundauflagen nehmen lediglich das Wundsekret auf und es besteht die Gefahr, dass die Wunde austrocknet. Das Austrocknen behindert jedoch den Heilungsprozess, da die Gewebsflüssigkeit heilungsfördernde Stoffe wie Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren enthält.

Daher werden zumeist hydroaktive Wundauflagen aufgebracht, die vor dem Austrocknen schützen. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, sodass sie auf die Art, Beschaffenheit und Heilungsphase der Wunde abgestimmt werden können.

Die Wundheilung aktiv fördern

Wundversorgung durch Krankenschwester

Begleitend zur Behandlung der Grunderkrankung sowie der Wunde gibt es weitere Methoden, um die Wundheilung unterstützen: Bei der Vakuumversiegelung wird mittels eines Schwammes unter Nutzung eines Unterdrucksystems Wundsekret und Blut abtransportiert, die Gewebedurchblutung gefördert und die Wunde verkleinert. Reiner Sauerstoff wird bei der hyperbaren Sauerstoff-Therapie genutzt. Davon profitieren vor allem Patienten, die am diabetischen Fuß leiden.

Wichtig bei chronischen Wunden ist auch die Schmerztherapie. Bei leichteren Schmerzen kann schon die Anwendung einer schmerzstillenden Salbe ausreichen, bei starken Schmerzen dagegen ist die Einnahme von Schmerzmitteln in Form von Tabletten, als Injektion oder Infusion nötig.