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Altersvergesslichkeit muss nicht immer Demenz sein

Sie grübeln, studieren, werden nervös, ärgern sich – aber der Name will Ihnen partout nicht einfallen. Dabei steht die Person direkt vor Ihnen. Nach dem Treffen beginnt die Unsicherheit: Könnte es Demenz sein?

Die Angst vor Demenz ist berechtigt. Allein in Deutschland leiden 1,7 Millionen Menschen an Demenz. Es gibt keine Heilung, nur ein Beibehalten des Status quo. Doch die eben beschriebene Episode ist noch kein Grund zur Sorge.

Altersbedingte Gedächtnisschwäche ist für sich allein genommen kein Zeichen für eine Demenz. Altersvergesslichkeit hat auch weniger besorgniserregende Gründe. Allen voran ein Mangel an Wasser. Ihr Gehirn benötigt nicht nur ausreichend Sauerstoff, um effektiv zu arbeiten, sondern auch Flüssigkeit.

Unterschiedliche Krankheiten beeinflussen ebenso Ihre Gedächtnisleistung. Letztlich gibt es eine altersbedingte Veränderung der kognitiven Fähigkeiten. Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen denken, analysieren und erinnern. Diese altersbedingte Veränderung können Sie nicht vollkommen verhindern.

Mann radiert Teile von einem gezeichneten Gehirn weg als Sinnbild für Vergesslichkeit

Welche Krankheiten rufen Vergesslichkeit im Alter hervor?

Folgende Kandidaten sollten Sie in Betracht ziehen, wenn Ihre Vergesslichkeit über das normale Maß hinaus zunimmt.

Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann eine Altersvergesslichkeit zur Folge haben. Weitere Symptome sind ein übermäßiges Kälteempfinden, Müdigkeit, ein erhöhter Schlafbedarf und Antriebslosigkeit.

Ihr Gehirn ist kein von anderen Organen losgelöster Bereich. Akutes Nierenversagen oder chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) können deshalb genauso Auswirkungen auf Ihr Gedächtnis haben wie Leberversagen, Leberzirrhose oder Hepatitis.

Fehlende Nährstoffe können eine weitere Ursache für vermehrte Vergesslichkeit sein. Zwei Kandidaten sind hier besonders bekannt: Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B 12. Fisch und Leinöl sind gute Quellen für Omega-3-Fettsäuren. Vitamin B 12 kommt in allen tierischen Nahrungsmittel vor. Doch Vorsicht: Veränderungen in der Tierhaltung, allen voran die Massentierhaltung, haben Auswirkungen auf den Nährstoffgehalt von Lebensmittel. Deshalb können Sie trotz ausgewogener Ernährung Mangelerscheinungen haben.

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) sowie Gehirnentzündung (Enzephalitis) bewirken, neben vielen anderen Symptomen, auch eine Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung.

Schlafapnoe ist eine Krankheit, bei welcher Ihr Schlafrhythmus gestört ist. Die Folge ist Müdigkeit. Eine Auswirkung von Müdigkeit ist Vergesslichkeit.

Ein gesunder Lebensstil gegen Altersvergesslichkeit

Zu einem gesunden Lebensstil gehört nicht nur eine ausgewogene Ernährung. Rauchen ist ein genauso großer Risikofaktor für Altersvergesslichkeit wie ein übermäßiger Alkoholgenuss. Beides sollten Sie vermeiden oder zumindest stark reduzieren.

Ein besonderer Wert innerhalb eines gesunden Lebensstils hat natürlich die Ernährung. Wie oben bereits erwähnt, kann ein Mangel an Nährstoffen (Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B 12) Ihr Erinnerungsvermögen beeinflussen. Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette und Übergewicht haben ebenso Auswirkungen auf Ihre kognitiven Fähigkeiten.

Zu einer gesunden Ernährung zählen vor allem viel frisches Obst und Gemüse, Nüsse und Fisch. Bei Fischgerichten sollten Sie auf regional und biologisch setzen, um einen übermäßigen Verzehr von Schwermetallen zu verhindern.

Körperliche und mentale Fitness

Einer der wichtigsten Faktoren für ein optimal funktionierendes Gehirn ist eine ausreichende Sauerstoffzufuhr. Durch Ausdauersport wie Laufen, Yoga und Nordic Walking trainieren Sie Ihr Herz-Kreislauf-System und verbessern somit die Durchblutung und die Sauerstoffzufuhr. Denn Sauerstoff wird über das Blut ins Gehirn transportiert.

Ein weiterer Faktor ist Ihr emotionales Wohlbefinden. Das limbische System, ein Bereich des Gehirns, steuert neben Emotionen auch den Antrieb, das Lernen und das Langzeitgedächtnis. Während des Sports schüttet Ihr Gehirn Dopamin, Serotonin und Endorphine aus. Sie gelten als Glückshormone. Neben vielen anderen positiven Eigenschaften verbessern Glückshormone Ihre kognitiven Fähigkeiten.

Egal ob Musizieren, das gemeinsame Spielen von Brettspielen, gemeinsame Abende mit Freunden – jede Form der sozialen Interaktion, des Erwerbs von neuen Fähigkeiten oder der Übung von bereits Vorhandenen verbessert, steigert und erhält Ihre geistige Kraft im Alter.

Der Mensch besitzt rund 100 Milliarden Nervenzellen. Mit dem Alter verringert sich die Zahl. Durch mentales Training können Sie zwar weder eine Demenz noch die altersbedingte Abnahme der Gehirnzellen verhindern, doch die Auswirkungen der fehlenden Nervenzellen werden abgemildert.